Es ist ja eine ausgesprochen hinterhältige Art, Menschen mitteilen zu wollen, dass mit flotten Klamotten, eine Weihnachtsfeier nicht
a.) mit dem nackten Hintern auf dem Kopierer oder
b.) rotzevoll im morgendlichen Berufsverkehr oder
c.) mit irgendeiner Idee, wie man dorthin gekommen ist, wo man gerade ist und was in den drei bis sechs Stunden davor passiert ist
und einer entsprechenden Portion Scham enden würde.
Aber auch eine sehr wirkungsvolle. Wie man an dem Beispiel von Harvey Nichols, London, schön sieht:

Klingt komisch. Wer sollte schon jedes Wort kennen.
Dabei ist die Antwort so einfach wie schön. Wie das Video von VJ Dropbear für die Indiefolkmusiker Hudson zeigt.
http://www.vimeo.com/31939621
Da übernimmt vor einigen Jahren die italienische UniCredit die HypoVereinsbank und lässt ein umfangreiches neues und globales Erscheinungsbild entwickeln.
Vor der Bankenkrise sah es so aus (Filiale München-Harlaching)

Dann kommt die Bankenkrise und die UniCredit lässt erneut eine angemessene und deutliche Anpassung ihres Corporate Designs erarbeiten.
Seit der Bankenkrise sieht es so aus (Filiale Süderbrarup):
Das neue Design zeigt, dass Transparenz, Ehrlichkeit und die Reduktion aufs Wesentliche keine untergeordnete Rolle mehr spielen müssen.
Und das neue Design zeigt dann auch den Kunden, wo die Bank in Zukunft Schwerpunkte setzen wird:
Das lässt doch hoffen.
Es gibt Dinge, die kann man sich nicht ausdenken. Auf die kommt kein Expertenteam. Nicht die beste Agentur der Welt könnte etwas vergleichbar Schönes entwickeln, wie das Schaufenster des Restaurants «Grill Maxx» in Süderbrarup.

Wenn sich aber doch die kreativsten Köpfe der Welt getroffen hätten und auf diese Lösung gekommen wären: wer hätte das so überzeugend, authentisch und epochal wie hier beim Grill-Maxx realisieren können?
Hier stimmt einfach alles.
Es ist schon klasse, was Nike ihren Agenturen so für Möglichkeiten einräumt. Und was sie daraus machen, ist auch nicht schlecht. Aber trotz aller Dynamik und der überraschend humorigen Umsetzung hat Tom Tykwer die Idee schon 1998 verfilmt: die Was-passiert-wenn-Idee.
Hier der prämierte Nike-Spot:

Und hier die Idee dazu aus «Lola rennt»:

Für Tom Tykwer, Franka Potente und Moritz Bleibtreu war das damals so ziemlich der Durchbruch. Wäre doch schön, wenn Rooney, Ronaldo und Co auch so stark von diesem Spot profitieren könnten.
So. Oder so ähnlich könnte es bald heißen, wenn sich nicht bald etwas tut.
Hier oben im Norden merkt man das direkt, was Greenpeace UK im wirklich toll gemachten Spot andeutet: weniger regionalen Fisch, weniger Fischer, höhere Auflagen für die verbliebenen Fischer.
http://www.vimeo.com/30148359
Unterstützt den lokalen Fischhandel, kauft frischen Fisch und ignoriert die Massenware!
Wäre doch schöner, wenn nur der unkonzentrierte Maler solche Schilder aufhängt: Fisch gestrichen.



